Bei der klassischen Karibik-Kreuzfahrt ab Miami werden gewöhnlich Ziele in der nördlichen Karibik angelaufen, darunter die Bahamas mit dem Hafen Nassau, die Dominikanische Republik, Jamaika und die mexikanische Insel Cozumel vor der Küste der Halbinsel Yucatan. So interessant Ziele wie die Heimat des Reggae Jamaika mit ihren schönen Naturparks oder die Yucatan mit den einzigartigen Maya-Ruinen von Chichen Itza und Tulum sind, so schade ist es doch, dass dabei die südliche Karibik gewöhnlich ignoriert wird. Dabei lohnen sich auch ihre Entdeckungstouren zwischen malerischen Palmeninseln und aufregenden Kolonialstädten.
Die Reise beginnt gewöhnlich in der Dominikanischen Republik, wo viele Kreuzfahrtschiffe im Hafen der Hauptstadt Santo Domingo oder vom Hafen La Romana (Casa de Campos) ablegen und sich auf den Weg nach Süden machen. Nach einem möglichen Stop im US-Protektorat Puerto Rico geht die Reise zu den sogenannten “Inseln über dem Winde”, einer Inselkette vulkanischen Ursprungs, die über dem vorherrschenden Passatwind liegen, der ihnen ein feuchtes Klima beschert. Die weiter südwestlich liegenden “Inseln unter dem Winde” haben ein trockeneres Klima, das sie als Urlaubsinseln beliebter macht. Im englischen Sprachgebrauch wird die Inselgruppe noch einmal in den nördlichen Teil “Leeward Islands” unterteilt und in den südlichen Teil “Windward Islands”.
Zu den Leeward Islands gehören so bekannte wunderschöne Urlaubsinseln wie das zu Frankreich gehörende Saint-Barthélemy, das gewöhnlich zu St.Barts abgekürzt wird und seit langem ein beliebter Treffpunkt von Hollywoodstars und Megareichen ist. War es früher der Amerikaner Rockefeller, ist heute der russische Magnat Roman Abramowitsch ungekrönter König von St.Barts.
Ein Kuriosum ist das benachbarte Sint Maarten-Saint Martin, das sich, wie der Name schon sagt, von Frankreich und den Niederlanden geteilt wird. Während im französischen Teil der Euro offizielles Zahlungsmittel ist, verwendet die niederländische Hälfte den sogenannten Antillen-Gulden, der bis vor kurzem in den gesamten niederländischen Antillen verwendet wurde. Seit Auflösung der niederländischen Antillen sind mehrere Inselstaaten zum US-Dollar übergegangen, für andere wird noch diskutiert, was geschehen soll. Besonders beliebt ist St.Martin bei “Plane Spottern”, die startenden und landenden Flugzeugen zusehen: Die Landebahn beginnt nur wenige Meter hinter dem Strand, so dass selbst Großraumjets wie die Boeing 747 fast zum Greifen nahe über die Köpfe der Urlauber hinwegdonnern.
Auch bei Hochzeitsreisenden ist die Karibik beliebt
Zu den Windward Islands gehören unter anderem die Trauminseln St.Lucia und Barbados, die bei Honeymoonern aus den USA und Europa ganz hoch im Kurs stehen und am ehesten dem Traumbild des karibischen Urlaubsparadieses entsprechen. Beide Inseln heute unabhängige Staaten und Mitglied des britischen Commonwealth of Nations. Naturfreunde besuchen St.Lucia um den Nationalpark Twin Pitons mit seinen beiden inaktiven Vulkanen zu besuchen, der zum Welterbe der Unesco gehört.
Von der südlichsten Insel Grenada ist es nicht mehr weit zum venezolanischen Ferienparadies Isla Margarita und dem südamerikanischen Festland. Ein “Muß” ist der Besuch der kolumbianischen Kolonialstadt Cartagena, deren malerische Altstadt zur Unterscheidung von der neuen Stadt 20km südlich “Cartagena de Indias” genannt wird. Die Spanier hinterließen hier wunderschöne alte Stadtpaläste und Kirchen, die bis heute eine nicht von modernen Bauten gestörte Einheit bilden. Der große Gabriel Garcia Marquez setzte ihr mit seinem Klassiker “Liebe in den Zeiten der Cholera” ein Denkmal.
Weitere lohnenswerte Ziele in der südlichen Karibik sind Panama mit dem weltberühmten Kanal und der schönen kolonialen Altstadt, sowie die vom niederländischen Kolonialerbe geprägten ABC-Inseln Aruba, Bonaire und Curacao, wo typisch holländische Holzhäuser, Kirchen und Windmühlen das Bild eines Mini-Amsterdams unter Palmen vermitteln.
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