Kreuzfahrten im östlichen Mittelmeer führen zu den interessantesten Stätten des Altertums nach Griechenland, Ägypten und in die Türkei, sowie zu Häfen entlang der Adria in Italien und Kroatien. Für Geschichtsfans ist das östliche Mittelmeer daher die ideale Region um aufregende Sightseeing-Ausflüge mit entspannten Tagen an Bord des Kreuzfahrtschiffes zu verbinden.
Die meisten Kreuzfahrten im östlichen Mittelmeer beginnen in der italienischen Lagunenstadt Venedig, die für sich selbst genommen schon eine der größten Sehenswürdigkeiten am Mittelmeer ist. Wer noch nie in Venedig war, sollte sich vor dem Einschiffen unbedingt zwei bis drei Tage Zeit nehmen um die Stadt zu entdecken. Vom 11. bis 16.Jahrhundert war die heute so beschauliche Stadt als Republik Venedig eine der größten Mächte Europas, die das östliche Mittelmeer beherrschte und als “La Serenissima” (die Allerdurchlauchteste) bezeichnet wurde. Den Löwen von San Marco, das Wappentier Venedigs, findet man noch heute in den ehemaligen venezianischen Besitzungen im östlichen Mittelmeer, z.B. auf den heute griechischen Inseln Korfu und Kreta, die bei vielen Kreuzfahrten angelaufen werden.
Nach dem Ablegen in Venedig wird als erster Hafen gewöhnlich das kroatische Dubrovnik angesteuert, das ebenfalls lange Jahrhunderte eine selbständige Republik mit dem Namen Ragusa war. Die malerische, von einer Stadtmauer komplett eingefasste Altstadt, ist ein Spiegel dieser Epoche und zählt zum Weltkulturerbe der Unesco. Weiter geht die Reise nach Griechenland, wo eine Vielzahl unterschiedlicher Häfen angelaufen werden. Dazu gehört zum Beispiel auch der geschäftige Fährhafen Piräus als Tor zur Hauptstadt Athen mit ihren einzigartigen Sehenswürdigkeiten wie der Akropolis mit dem Parthenon, dem weltberühmten Tempel der Stadtgöttin Athene. Sein ramponiertes Aussehen geht übrigens nicht auf den Zahn der Zeit zurück, sondern auf die bereits erwähnten Venezianer: Sie hatten aus dem Tempel ein Munitionsdepot gemacht, das bei einem Volltreffer der angreifenden Osmanen in die Luft flog und die antike Struktur stark beschädigte.
Weitere Orte, die bei Kreuzfahrten im östlichen Mittelmeer angelaufen werden, sind gewöhnlich das antike Olympia auf dem Peleponnes und die malerische Insel Korfu, in der das venezianische Erbe noch so stark vertreten ist, dass die ganze Insel eher an Italien als an Griechenland erinnert. Klischee-Griechenland mit weißgetünchten Häusern vor dem tiefblauen Mittelmeer gibt es in Mykonos oder Santorini, zwei bei Kreuzfahrten sehr beliebten kleinen Inseln in der Ägäis. Sehenswerter ist Rhodos, die östlichste Kykladen-Insel, mit ihrer mittelalterlichen Innenstadt, in der einst die Kreuzritter nach der Rückkehr aus dem heiligen Land residierten, ehe sie von den Osmanen vertrieben wurden.
Über Antalya in der Türkei und der größten griechischen Insel Kreta führen die längsten Mittelmeerkreuzfahrten bis zum ägyptischen Hafen Alexandria, von wo aus Tagesfahrten nach Kairo und zu den Pyramiden von Gizeh möglich sind. Doch auch Alexandria selbst, im Altertum weithin gerühmt für die größte Bibliothek der Welt und den imposanten Leuchtturm (Pharos), der zu den sieben Weltwundern der Antike gehörte, ist sehenswert. Reste des Pharos wurden in die Zitadelle von Quitbay eingebaut, die im 15.Jh am gleichen Ort errichtet wurde.
Ein letzter Hafen, der im östlichen Mittelmeer auf kaum einer Kreuzfahrt fehlt, ist Valletta auf der Felseninsel Malta. Von Touristen oft übersehen, besitzt Malta eine faszinierende Geschichte, die ebenfalls auf die Kreuzzüge des Mittelalters zurückgeht. Nach ihrer Vertreibung aus Rhodos übersiedelten die Ritter des Johanniterordens nach Malta, wo sie trutzige Forts, elegante Paläste und prachtvolle Kathedralen hinterließen. Später wurde Malta zur Kolonie des britischen Empire, das ebenfalls viele Spuren hinterließ – nicht zuletzt den Linksverkehr.








